Festivalfinale!
Songs of Judee Sill
Das Projekt widmet sich der Musik von Judee Sill, einer fast vergessenen Singer-Songwriterin aus den USA der frühen 1970er Jahre – und möchte damit auf Menschen aufmerksam machen, die aus dem Raster fielen: zu queer, zu unangepasst, zu widersprüchlich für eine Industrie, die Normen über Talent stellte. Ihre Songs – den Kontrast ihres Lebens widerspiegelnd zwischen religiöser Frommheit und exzessiver Drogensucht – werden von den fünf Musiker:innen neu beleuchtet: Das Quintett aus Gesang, Klavier, Bass, Schlagzeug mit Elektronik sowie Geige mit Effekten und Loops öffnet Raum für Improvisation und Klangfarbenvielfalt – und lässt Sills Stimme in neuem Licht erstrahlen.
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Judee Sill gehört zu jenen Stimmen, die das System nicht vorgesehen hat. Die Singer-Songwriterin aus Kalifornien veröffentlichte in den frühen 1970er Jahren zwei außergewöhnliche Alben – und verschwand dann fast vollständig aus dem kollektiven Gedächtnis. Dabei war ihre Musik von seltener Schönheit: barock, visionär, tief verwurzelt in Spiritualität und gleichzeitig durchzogen von den Widersprüchen ihres Lebens – Frömmigkeit und Drogensucht, Zartheit und Zerrissenheit.
Diesen Abend widmen wir ihr – und all jenen, die zu komplex, zu sperrig oder schlicht zu unbequem waren, um in die Schubladen der Musikindustrie zu passen.
Das Quintett mit Gesang, Klavier, Bass, Schlagzeug mit Elektronik und Geige mit Effekten und Loops erweitert Sills kammermusikalische Welt um zeitgenössische Schichten. Die Arrangements öffnen Raum für Improvisation und Klangfarbenvielfalt, orchestrale Texturen umarmen die Stimme und lassen die Melodien atmen und neu erstrahlen.
Anne Munka - Gesang
Izabela Kałduńska - Violine
Robbi Nakayama - Piano
Lorenz Heigenhuber - Kontrabass
Jan-Einar Groh - Schlagzeug
Das Tagesticket ist für beide Konzerte des 27. Septembers gültig. Kein Verkauf von Tickets für einzelne Konzerte!
Die Leipziger Komponistin und Geigerin Izabela Kałduńska, besser bekannt als The New Solarism, bereitet ihr Publikum auf eine neue musikalische Reise vor: Im Juni 2026 erscheint das Album „The Train I-V“. Der fünfteilige Zyklus, der bereits 2023 bei der Finissage der Ausstellung „Einsteigen/Aussteigen“ in Erlbach/Colditz uraufgeführt wurde, wird nun erstmals als vollständiges Studioalbum veröffentlicht.
„The Train I-V“ entstand als intermediale Reflexion: Inspiriert von dem gleichnamigen Kurzfilm der Künstlerin Olga Chernysheva, dem elegischen Andante aus Mozarts Klavierkonzert Nr. 21 sowie melancholischen „Epistel an Yudin“ verwebt Kałduńska klassische Violintechnik mit modernen Klangmitteln. Über Loopstation, Effekte, Textfragmente und Gesang entfalten sich hypnotische, liminale Klanglandschaften – sphärische Streicher-Schichten, die zwischen Traum und Erinnerung oszillieren.
Der Zyklus gliedert sich in fünf Sätze, die wie Waggons eines inneren Zuges aneinandergereiht sind: Jeder Teil trägt eine eigene emotionale Farbe – von stiller Kontemplation über aufbrechende Sehnsucht bis hin zu Momenten intensiver, transzendenter Glorifizierung. Die Musik lädt ein, sich fallen zu lassen: in die Tiefe der eigenen Gedanken, in die Weite vergangener Briefe oder in die ungreifbare Bewegung eines Zuges, der nirgendwo ankommt und doch immer weiterfährt.
Mit ihrem künstlerischen Hintergrund schafft Kałduńska eine Brücke zwischen klassischer Tradition und experimenteller Klangkunst. „The Train I-V“ verspricht, die charakteristische Traum-Ästhetik von The New Solarism weiterzuentwickeln: immersiv, emotional und roh.
Izabela Kałduńska - Violine, FX
Das Tagesticket ist für beide Konzerte des 27. Septembers gültig. Kein Verkauf von Tickets für einzelne Konzerte!
Viva la Vida! – Eine musikalische Reise zwischen Mexiko und Argentinien
Mexiko trifft Buenos Aires. Folklore begegnet Tango Nuevo. Und Astor Piazzolla erklingt mit Stimme – so, wie man ihn nur selten hört.
Seit vielen Jahren begeistert die Leipziger Formation Spanish Mode mit musikalischen Grenzgängen zwischen Jazz, Weltmusik und lateinamerikanischen Klangwelten. Nach ihrem gefeierten Tango-Programm jazzytango sowie den Alben AyAyAy und Bajo el mismo cielo lädt das Ensemble mit „Viva la Vida!“ zu einer außergewöhnlichen Reise durch die musikalischen Landschaften Mexikos und Argentiniens ein.
Das Konzert schlägt einen Bogen von den farbenreichen Traditionen Mexikos bis in die melancholischen Nächte von Buenos Aires. Rhythmen wie Ranchera, Bolero, Vals und Cumbia begegnen dem Tango Nuevo, dessen Begründer Astor Piazzolla den Tango zu einer der faszinierendsten Musiksprachen des 20. Jahrhunderts entwickelte.
Ein besonderes Anliegen von Spanish Mode ist dabei die Wiederentdeckung einer eher unbekannten Seite Piazzollas: seiner Kompositionen für Gesang. Während seine Musik heute meist instrumental interpretiert wird, kehren seine Werke an diesem Abend zu ihrer erzählerischen Kraft zurück. Mit der warmen und ausdrucksstarken Stimme von Claudia Wandt erklingen unter anderem die bewegende „Milonga de la Anunciación“ aus der Tango-Oper María de Buenos Aires, das berührende „Oblivion“ sowie eine kraftvolle vokale Interpretation des „Libertango“ – inspiriert von der legendären Fassung von Grace Jones.
Daneben entfaltet sich die Vielfalt der mexikanischen Musik mit Liedern wie „La Llorona“, „Bésame Mucho“, „Paloma Negra“ oder „Cielito Lindo“. Bekanntes erscheint in neuen Arrangements, selten gehörte Schätze der Folklore werden mit großer Liebe zum Detail neu entdeckt.
Dabei verzichten Spanish Mode bewusst auf folkloristische Klischees. Statt eines Mariachi-Ensembles entsteht ein eigenständiger lebendiger Bandsound mit Gitarre, Saxophon, Klarinette, Akkordeon und Schlagzeug – mal fein und transparent, mal temperamentvoll und voller rhythmischer Energie. Zwischen intimen Balladen und virtuosen Instrumentalpassagen erzählen die Musiker Geschichten von Liebe und Sehnsucht, Leben und Tod, Revolution und Hoffnung.
So wird „Viva la Vida!“ weit mehr als ein Konzert: Es ist eine musikalische Reise zwischen zwei Kulturen, zwischen Tradition und Moderne, zwischen Volksmusik und Kunstmusik. Ein Abend voller Emotionen, poetischer Bilder und leidenschaftlicher Klänge – und eine seltene Gelegenheit, Astor Piazzolla als Liedkomponisten zu entdecken.
„Viva la Vida!“ – Musik, die Grenzen überwindet und Geschichten erzählt.
Claudia Wandt – Gesang
Frank Kaiser – Gitarre
Henning Plankl – Saxophon, Klarinette, Akkordeon
Dominique „Gaga“ Ehlert – Schlagzeug
Das Tagesticket ist für beide Konzerte des 26. Septembers gültig. Kein Verkauf von Tickets für einzelne Konzerte!
Von Goethe bis Van Morisson
Der Gewandhausmusiker Thomas Stahr nimmt sich für das LeipJAZZig-Herbstfestival 2026, das unter dem Motto „Songs" steht, stilübergreifend Werke verschiedener Genres und Epochen vor und rückt sie mit der ungewöhnlichen Besetzung aus Bass, Gesang und Schlagzeug in ein neues Licht.
Dabei geht es ihm neben der Herausarbeitung des künstlerischen Kerns der Stücke vor allem darum, dem Publikum anspruchsvolle Unterhaltung zu bieten: Die Zuhörer:innen sollen sich sowohl entspannt zurücklehnen als auch neue Klangfarben entdecken können.
Besonders wichtig ist ihm zudem, die Palette der Möglichkeiten zu präsentieren, die ihm seine Instrumente – Kontrabass sowie 6-saitiger E-Bass mit und ohne Bünde – bieten. Sein Spiel geht weit über die gewohnte Begleitfunktion hinaus und bringt dem Publikum Klänge zu Gehör, die nur selten zu hören sind.
Unterstützt wird er von zwei außergewöhnlichen Leipziger Musiker:innen: der Sängerin Sabine Helmbold und dem Schlagzeuger Lucas Rauch. Beide sind neben ihrer konzertierenden Tätigkeit auch an den Musikhochschulen in Leipzig beziehungsweise Dresden tätig. Gemeinsam bieten sie dem Publikum mit einer Melange aus Jazz, Pop und Klassik sowie festgelegten und freien Passagen ein vielseitiges und vielschichtiges Programm.
Nähere Informationen zu Thomas Stahr sind auf seiner Webseite https://thomas-stahr-bass.com zu finden.
Thomas Stahr - Kontrabass, E-Bass
Sabine Helmold - Gesang
Lucas Rauch - Schlagzeug
Das Tagesticket ist für beide Konzerte des 26. Septembers gültig. Kein Verkauf von Tickets für einzelne Konzerte!
Das Rüdiger Krause Quartett mit special guests zum 100. Geburtstag von MILES DAVIS!
Kein Musiker steht so sehr für die Wandelbarkeit und die innovative Kraft, die den Jazz ausmacht, wie Miles Davis (1926-1991). Durch seine ständige stilistische Erneuerung veränderte er nicht nur den Jazz mehrfach, sondern inspirierte Generationen von Musikerinnen und Musikern weit über dieses Genre hinaus. Doch auch seine Lebensgeschichte zwischen musikalischen Höhenflügen, Rassismuserfahrungen und Drogenproblemen ist faszinierend und bewegend.
Die Band um Rüdiger Krause, der 1990/91 noch zwei der letzten Miles Davis Konzerte in Deutschland erleben konnte und in der Dresdner Funk Jazz Band Code M.D. spielte, springt scheinbar mühelos zwischen den Stilen. Trompeter Frank Bartsch versteht es, sowohl den Bebop, als auch die Filmmusik zu „Fahrstuhl zum Schafott“ und Funk Jazz Hits wie „Tutu“ zu interpetieren.
Der erfolgreiche Bühnen- und Filmschauspieler Peter Schneider, bekannt aus dem internationalen Netflix Erfolg „Dark“ und als Ermittler im Hallenser „Polizeiruf“ liest autobiografische Texte von Miles Davis. Musik und gesprochenes Wort verbinden sich zu einer Hommage an den stilprägendsten Musiker des Jazz.
Rüdiger Krause - Gitarre
Jörg Leistner - Piano, Keyboards
Daniel Werbach - Kontrabass
Dominique "Gaga" Ehlert - Schlagzeug
Frank Bartsch - Trompete, Flügelhorn
Peter Schneider - Rezitation
Das Tagesticket ist für alle 3 Konzerte des 25. Septembers gültig. Kein Verkauf von Tickets für einzelne Konzerte!
Die Leipziger Musiker Max Kraft (Trompete, Effekte) und Felix Franzke (Gitarre, Effekte), aka „Flowers & Fabini“, verbindet die gemeinsame Leidenschaft für Sounddesign, Improvisation und elektronische Klangerzeugung. Aus dem Wunsch nach musikalischem Austausch heraus fanden sie mit der Harfenistin Babett Niclas und dem Klarinettisten Johannes Moritz musikalische Mitstreiter. Gemeinsam bilden sie ein offenes Kollektiv, das musikalische Improvisation, klangliche Forschung und die künstlerische Auseinandersetzung mit gesellschaftlich-politischen Themen miteinander verbindet. In der außergewöhnlichen Besetzung treffen Harfe, Klarinette, Bassklarinette, Trompete und Gitarre auf Synthesizer, Effekte, Live-Sampling und elektronische Texturen.
Improvisation bildet den Ausgangspunkt ihrer Musik: Gemeinsam erschafft das Kollektiv atmosphärische Klangwelten zwischen Ambient, experimenteller Elektronik und akustischer Improvisation. Live-Sampling, elektronische Texturen und akustische Instrumente greifen ineinander und schaffen immer neue Klangräume. Klänge werden in Echtzeit aufgenommen, verfremdet und unmittelbar in neue musikalische Zusammenhänge eingebettet. So entsteht ein spannungsreiches Wechselspiel aus akustischen Instrumenten, futuristischen Sounds und spontanen elektronischen Klanglandschaften.
Max Kraft - Trompete, FX
Felix Franzke - Gitarre, FX
Babett Niclas - Harfe
Johannes Moritz - Klarinette
Das Tagesticket ist für alle 3 Konzerte des 25. Septembers gültig. Kein Verkauf von Tickets für einzelne Konzerte!
Unser Festival-Opener!
Der Mensch im Strom der Zeit
Der Mensch – allein inmitten einer unruhigen Welt. Dieses Konzert vereint auf ungewöhnliche Weise die Klangwelten aus drei Jahrhunderten und Ländern: bittersüße Melodien von Peter Tschaikowsky und zeitlose Songs Burt Bacharachs treffen auf rebellische Klangbilder aus legendären DEFA-Filmen und eigene Kompositionen zu Texten von Boris Pasternak.
Unterschiedliche Quellen, ein gemeinsamer Pulsschlag: sie alle kreisen um den Menschen als einzelnes Wesen, um seine Fragen nach Sinn und Zugehörigkeit, um seine Haltlosigkeit in Zeiten, in denen Gewissheiten zerfallen.
Ein Abend, der Brücken schlägt zwischen Epochen, Genres und Kulturen – und dabei stets das Wesentliche ins Zentrum stellt: den Menschen. Die Songs, die Fragilität des Daseins nicht verschweigend, sondern sie in Klang verwandelnd. Musik, die die Zerbrechlichkeit des Menschen spiegelt – und zugleich den Trost anbietet, den nur die Kunst schenken kann.
Liederauswahl
DEFA: Vielleicht Lied, Sonne, Wie ein Clown, Wenn ein Mensch
Tschaikowsky: An den Schlaf, Lied des Sinti Mädchens, Wieder wie früher allein
Bacharach: What The World Needs Now, God Give me Strength, I say a little Prayer
Pasternak/ Kostina: Wenn ich hätte Wissen können, Die Nacht, Hamlet
Lora Kostina - Piano, Komposition
Pascal von Wroblewsky - Gesang
Daniel Werbach - Kontrabass
Tom Friedrich - Schlagzeug
Das Tagesticket ist für alle 3 Konzerte des 25. Septembers gültig. Kein Verkauf von Tickets für einzelne Konzerte!
Vom 25. bis 27. September 2026 öffnet das Theaterhaus Schille seine Türen für das alljährliche LeipJAZZig-Herbstfestival und lädt unter dem Motto „Songs“ zu drei Abenden ein, an denen die menschliche Stimme im Mittelpunkt steht: musikalisch wie poetisch, gesungen wie gesprochen, komponiert wie improvisiert.
Der Song ist vielleicht die unmittelbarste aller musikalischen Formen – ein Gefäß für Geschichten, Gefühle und Erinnerungen, das seit jeher Grenzen zwischen Genres, Epochen und Kulturen überwindet. Genau diese Vielfalt zeigt das diesjährige Programm in sieben Konzerten, die von intimen Eigenkompositionen über literarische Vertonungen bis hin zu Neuinterpretationen großer Klassiker reichen.
Drei Tage, sieben Konzerte, unzählige Facetten eines einzigen Wortes: SONGS. Als persönliches Bekenntnis, als Spiegel der Zeit, als Brücke zwischen Genres und Generationen erzählen sie von Aufbruch und Abschied, von Haltlosigkeit und Hoffnung – und davon, dass gute Musik immer auch vom Menschen selbst erzählt. Der Verein LeipJAZZig e. V. freut sich, Sie zu diesem vielstimmigen Fest der Songs im Theaterhaus Schille begrüßen zu dürfen.
Es gibt Festival- und Tagestickets (keine Tickets für einzelne Konzerte).
25. September
19 Uhr Lora Kostina Trio & Pascal von Wroblewsky
20 Uhr Flowers & Fabini feat. Babett Niclas & Johnannes Moritz
21 Uhr Rüdiger Krause Quartett feat. Frank Bartsch & Peter Schneider
26. September
20 Uhr Bass Colours
21 Uhr Spanish Mode
27. September
20 Uhr The New Solarism
21 Uhr Enchanted Skymachines



